Konfessionslosenverband gegen Dienstpflicht

Pressemitteilung vom 17.08.2018

(Oberursel) Der Internationaler Bund der Konfessionslosen und Atheisten e.V. (IBKA) kritisiert Überlegungen zur Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht. "Eine Dienstpflicht stellt einen unverhältnismäßigen Eingriff in persönliche Freiheitsrechte dar und ist daher grundsätzlich abzulehnen", sagte René Hartmann, Erster Vorsitzender des IBKA.

Weder für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht noch für einen sozialen Pflichtdienst gebe es eine Rechtfertigung. Die Kosten sozialer Versorgung dürften nicht per Zwangsdienst auf eine bestimmte Altersgruppe abgewälzt werden. Aus gutem Grund verböten sowohl das Grundgesetz als auch die Europäische Menschenrechtskonvention einen solchen allgemeinen Zwangsdienst.

Ja zur Abschaffung der Wehrpflicht

Atheistenverband gegen jede Art von Zwangsdienst

Pressemitteilung vom 15.06.2010

Die aktuellen Pläne zur Abschaffung der Wehrpflicht stoßen beim Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten e.V. (IBKA) auf nachdrückliche Zustimmung. "Eine Abschaffung der Wehrpflicht ist überfällig", meint René Hartmann, Erster Vorsitzender des IBKA.

Ausschlaggebend für die Haltung des IBKA sind nicht finanz- oder militärpolitische, sondern rechtspolitische Erwägungen. "Ein verpflichtender Wehrdienst stellt einen Eingriff in die individuellen Freiheitsrechte dar, für den es keine Rechtfertigung gibt", so Hartmann.

Der IBKA lehnt entsprechend auch die Einführung neuer Zwangsdienste, wie beispielsweise ein allgemeines soziales Pflichtjahr, ab.

Kirche im Krieg

Lukas Mihr

Druckversion (PDF, 272K)

„Ohne Gottesglauben können die Menschen nicht sein. Der Soldat, der drei und vier Tage im Trommelfeuer liegt; braucht einen religiösen Halt. Gottlosigkeit ist Leerheit“ [1]

Verfasser dieser Worte war Adolf Hitler, der zugegebenermaßen Experte war. Er richtete diese Worte an Kardinal Faulhaber, der sie 1936 auf dem Obersalzberg zu hören bekam. Dieser war ebenfalls erfahren, denn im Ersten Weltkrieg hatte er unter anderem folgendes verkündet:

„Nach meiner Überzeugung wird dieser Feldzug in der Kriegsthematik für uns das Schulbeispiel eines gerechten Krieges werden. [...] Es geht um eine heilige, gerechte Sache, die diesen furchtbaren Einsatz an Blut und Gut wert ist, und jeder einzelne muß jetzt die Sorge des Vaterlandes zu seiner Hauptsorge machen.“

Artikel in Bundeswehrzeitung erregt kirchliches Missfallen

Chefredakteur nimmt seinen Hut

Welche Folgen selbst eher zahme innerkirchliche Kritik dort haben kann, wo die katholische Kirche ihren Einfluss geltend macht, musste vor kurzem Oberstleutnant Uwe Kort erfahren. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, erregte ein Artikel in der Zeitung Bundeswehr aktuell, deren Chefredakteur Kort war, den Unwillen von Militärbischof Mixa.

Dass sich das Bundesverteidigungsministerium auf die kirchliche Beschwerde hin beeilte, den Chefredakteur zurechtzuweisen, wird niemanden überraschen, der ein wenig über das Verhältnis von Staat und Kirche in Deutschland Bescheid weiß. Die Angelegenheit endete schließlich damit, dass Kort um Versetzung bat. (24.07.2007)

Stellungnahme zur Militärseelsorge

Kriege werden wieder und immer noch für wirtschaftliche und geostrategische Interessen geführt. Vermehrt finden Interventionen und "Auslandseinsätze" außerhalb der Grenzen der Teilnehmerstaaten von Militärbündnissen und ohne Legitimation durch die Vereinten Nationen statt. Krieg und Gewalt dürfen jedoch nicht als Mittel der Politik rehabilitiert werden, sondern müssen international geächtet werden.

Militärseelsorge in Deutschland

Militärseelsorge gibt es in der Bundeswehr von Beginn an; vorbereitende "inoffizielle Gespräche" waren bereits Jahre vor der Wiederbewaffnung geführt worden. Rechtsgrundlage ist für den katholischen Bereich das Reichskonkordat, das im Juli 1933 zwischen dem Vatikan und Hitlerdeutschland abgeschlossen wurde; für den evangelischen Bereich gibt es seit 1957 einen sog. Militärseelsorgevertrag zwischen EKD und der Bundesrepublik Deutschland.

Militärseelsorge in Deutschland

Gunnar Schedel

Ein Musterbeispiel für die Unreformierbarkeit der real existierenden Kirchen

Aus: AKAZ 9 (1996)

Wann immer jemand die banale Wahrheit, daß Soldaten im Krieg morden, sagt oder schreibt, schlagen die Wogen in Deutschland hoch. Gerichtsverfahren werden angestrengt, die öffentliche Meinung polarisiert sich im Streit um das Problem staatlich legitimierten Massenmords. Merkwürdig schweigsam hingegen sind diejenigen, die ansonsten in Fragen der Moral geradezu ein Definitionsmonopol für sich beanspruchen und bekanntermaßen heftigst für den Schutz des "ungeborenen Lebens" eintreten: die beiden christlichen Großkirchen.

Das Kuckucksei

Aus: MIZ 4/93

Eine parlamentarische Diskussion über die Militärseelsorge haben die Bundestagsabgeordneten Wolfgang Lüder (FDP) und Gert Wartenberg (SPD) in Gang gesetzt. Die beiden Abgeordneten, die dem Bundesvorstand des Humanistischen Verbandes Deutschland angehören, setzten sich jetzt in Bonn für eine Ergänzung der Militärseelsorge ein. Auch Nichtchristen in der Bundeswehr sollten danach eine Betreuung erhalten. In Bundestagsanfragen wollen Lüder und Wartenberg erfahren, inwieweit Bereitschaft besteht, die Betreuung nichtgläubiger oder nicht christlich-gläubiger Soldaten durch konfessionsfreie Organisationen zuzulassen und in ähnlichem Umfang wie die konfessionelle Militärseelsorge zu finanzieren. Zudem wollen sie wissen, wie hoch der Anteil der Soldaten ist, die sich zu keiner christlichen Kirche bekennen. (epd-Meldung aus Kinzigtal-Nachrichten vom 20.11.1993)