MIZ 4/25 erschienen

Schattenseiten der Wissenschaft

Der Schwerpunkt der soeben erschienenen MIZ 4/25 behandelt das Versagen von Wissenschaft. Anhand von Beispielen wird veranschaulicht, was schiefgehen kann, wenn Wissenschaft ohne ethischen Rahmen betrieben wird oder die systemimmanenten Kontrollmechanismen nicht funktionieren.

Im Editorial steckt Chefredakteur Christoph Lammers den Rahmen der Debatte ab: Die Geschichte der Wissenschaft ist „durchzogen von dunklen Kapiteln: von Menschenversuchen, Korruptionsskandalen, Datenfälschungen und fatalen Fehlentscheidungen mit weitreichenden Folgen für unzählige Menschenleben“. Aber: Diese Missgriffe werden meistens auch durch Wissenschaft entlarvt. Deshalb gelte es trotz allem, diese zu verteidigen, gerade weil sie im Gegensatz zu religiösem Glauben und politischen Ideologien „bereit ist, zuzugeben, wenn sie sich geirrt hat“.

Amardeo Sarma geht in seinem Text darauf ein, dass selbst Nobelpreisträger zur Selbstüberschätzung neigen und außerhalb ihres Fachgebietes dilettieren. Was passieren kann, wenn Kontrollmechanismen (vorübergehend) versagen, zeigt Udo Endruscheit am Beispiel der Nieber-Süß-Affäre, die eine Zeit lang als Beleg für die Wirksamkeit von Homöopathie galt, weil die wissenschaftsinternen Kontrollmechanismen zu spät funktionierten. In den Folgen weit dramatischer kann es werden, wenn Wissenschaft ohne Ethik betrieben wird. Michael Scholz veranschaulicht dies anhand der Menschenversuche des KZ-Arztes Sigmund Rascher.

Staat und Kirche

War der Amtseid des neuen Bürgermeisters von New York Zohran Mamdani, den dieser mit der Hand auf zwei Koranen ablegte, ein Verstoß gegen die Trennung von Staat und Kirche? Eine aus dem Friendly Atheist übernommene Einschätzung kommt zu einer anderen Bewertung.

In Berlin soll es zukünftig einen geben. Romo Runt hat sich Hintergründe und Begründungen der Einführung des „Tag gegen Islamfeindlichkeit“ in Berlin angesehen und sieht darin die Übernahme der Perspektive der religiösen Rechten.

Mit einer Studie über die Wirkung des Religionsunterrichtes setzt sich Gunnar Schedel auseinander. Offenbar wären bei dessen Abschaffung keine negativen gesellschaftlichen Folgen zu erwarten.

Atheismus und säkulare Verbände

In einem Interview mit Leiterin Carolin Kosuch wird ein interessantes Forschungsprojekt über europäischen Atheismus im 19. Jahrhundert vorgestellt.

In die Debatte um die richtige strategische Ausrichtung der säkularen Verbände reiht sich der „Säkulare Verbände zwischen Neuorientierung und Selbstaufgabe“ betitelte Beitrag des IBKA Bremen ein. Darin wird die Zusammenarbeit etwa des AK Polis mit Konservativen beim Thema „Islam“ kritisiert und gefordert, säkulare Politik „nicht von den gesellschaftlichen Verhältnissen losgelöst“ zu betreiben.

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